Die Pedelec-Roadshow tourt(e) durch die Region

Schwitzen war gestern - das Azubi-E-Bike-Projekt

Mit dem Fahrrad zur Arbeit und trotzdem nicht schwitzen – das Pedelec macht’s möglich. Besonders Pendler können von diesen Vorteilen profitieren, und damit auch die Pendler der Zukunft, die Azubis und Studenten. Gerade an junge Menschen hat sich unser Projekt „NRVP - Mit dem Azubi-E-Bike auf dem Weg zur Arbeit“ gewandt. Sie konnten ausprobieren und erleben, welche Vorteile ihnen Pedelecs bieten – in einem Parcours, auf einer Rampe und im Alltagsverkehr.

Die operative Projektlaufzeit ist zu Ende. Der Abschlussbericht steht hier zum Download zur Verfügung
 

Studie belegt: Junge Menschen fahren auf Pedelecs ab

Von links nach rechts: MdB Dr. Martin Rosemann, MdB Michael Donth, Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp, MdB Thomas Bareiß und Professor Rainer Rothfuß von der Uni Tübingen.

Junge Frauen und Männer können sich gut vorstellen, für den Weg zur Arbeit aufs Pedelec umzusteigen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Das zeigt die bundesweit erste Studie zur Pedelec-Nutzung junger Fahrer, die von der IHK Reutlingen und der Universität Tübingen nun in Berlin vorgelegt wurde.

Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), nahm die Studie von Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen, in Berlin entgegen. "Das E-Bike-Projekt zeigt eindrucksvoll, dass Pedelecs gerade auch für junge Leute eine interessante Alternative zum PKW darstellen - insbesondere für regelmäßige Wege, etwa zur Arbeit. Wer bereits in der Ausbildung oder im Studium positive Erfahrung mit dem Rad macht, bleibt diesem Verkehrsmittel oft lange treu", sagte Katherina Reiche bei der Vorstellung der Kernergebnisse vor rund 40 Interessierten aus Politik, Verbänden und der Fahrradbranche.

Zwei Jahre tourte die IHK Reutlingen im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) durch die Region Neckar-Alb, um jungen Erwachsenen Elektrofahrräder vorzustellen und zu fragen, wie die Pedelecs ankommen. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von der Universität Tübingen. Die Ergebnisse wurden nun im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Berlin vorgestellt. Zu den Resultaten der Studie zählt, dass sich die Testfahrer zu 36 Prozent tatsächlich vorstellen können, mit dem Pedelec zur Arbeit zu fahren. Ist die Strecke unter sieben Kilometer lang, steigt die Akzeptanz sogar auf 63 Prozent. Bei Wegen von acht bis 15 Kilometern liegt der Wert bei 42 Prozent. "Diese Zahlen sind insofern erstaunlich, da von den Befragten über 70 Prozent eigentlich das Auto für den Weg zur Arbeit bevorzugen würden", sagt Professor Rothfuß von der Universität Tübingen.

Pedelecs sind "Upgrade"
Knapp 1.000 junge Frauen und Männer, im Schnitt fast 20 Jahre, stiegen im Rahmen des Projektes auf ein Elektrofahrrad. Die anschließenden Testtage wurden von den Testfahrern als sehr gut bewertet. 72 Prozent bestätigten, dass sich ihr Bild gegenüber Pedelecs positiv verändert habe. Am häufigsten wurden Kommentare wie "überrascht", "Lust auf mehr", "Spaßfaktor" oder "hat Interesse geweckt" genannt. Weil die Räder auch optisch ansprechend gestaltet sind, empfinden viele Tester die Pedelecs als "Upgrade" im Vergleich zum Auto. Stärkster Hinderungsgrund ist derzeit allerdings noch der Preis. Das sagten 82 Prozent der Befragten.

IHK Reutlingen macht Schule
Die Studienergebnisse liefern aus Sicht des BMVI wertvolle Ansatzpunkte für eine pedelecorientierte Radverkehrsförderung. Im Zentrum der Diskussion stehen dabei Marketingaktivitäten, die ein modernes Image schaffen, die Vorteile von Pedelecs bewusst machen und das Erleben und Ausprobieren der neuen Technik ermöglichen. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp appelliert an die Politik: "Die öffentliche Hand muss an den Ausbau der Radwege ran. Ohne diese verpufft am Ende der Effekt von Projekten wie dem Azubi-E-Bike." Auch Firmen können noch mehr tun. Sie müssten sich fragen, wie sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen können, um ihnen den Umstieg auf das Pedelec oder das normale Rad zu erleichtern. Positiv für die IHK: Das Azubi-E-Bike-Projekt hat regionale Firmen der Branchen Produktion und Handel enger vernetzt und den Blick der Öffentlichkeit auf eine wichtige Innovation gelenkt, sagt Dr. Wolfgang Epp.

Hintergrund: Das Projekt
In den letzten zwei Jahren tourte die IHK Reutlingen mit dem Azubi-E-Bike-Projekt durch die Region. Bei 35 Roadshows in Firmen, Schulen und Hochschulen konnten junge Frauen und Männer unterschiedliche Pedelec-Modelle testen sowie die Räder für eine Woche zum Fahren ausleihen. Die Erfahrungen hat die Universität Tübingen erhoben und ausgewertet. Das Projekt wird vom BMVI mit Mitteln zur Umsetzung des NRVP gefördert.

Weitere Bilder von der Veranstaltung gibt es auf der Homepage der IHK Reutlingen.

Ergebnisse der Azubi-E-Bike-Studie als Download